Kennt irgendjemand Rachiw?

Foto der 3 Autoren und 1 Autorin

Links: Juri Andruchowytsch (Foto: Susanne Schleyer), Mitte oben: Jurko Prochasko (Foto: Hanne Kulessa), Mitte unten: Serhij Zhadan (Foto: Susanne Schleyer), rechts: Tanja Maljartschuk (Foto: Lukas Beck)

Das Städtchen im Südwesten der Ukraine an der Grenze zu Rumänien ist einer der Kandidaten für den geographischen Mittelpunkt Europas. Und doch liegt die Ukraine aus europäischer Perspektive am Rand des Blickfeldes, tief im Osten, kurz vor Russland (oder schon dahinter?).

Daran hat selbst die mediale Aufmerksamkeit kaum etwas geändert, die der Ukraine während der „Orangenen Revolution“ und der Fußball-EM zuteil wurde. Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch beschreibt diese merkwürdige Wahrnehmung so: „In Europa liegt der Osten paradoxerweise dort, wo die Mitte des Kontinents ist.“ Da Literatur wie kaum ein anderes Medium diese Paradoxien beschreiben kann, liegt es nahe, den literarischen Stimmen aus der Ukraine zuzuhören.

Die Studierenden des Fortbildungsprogramms „Buch- und Medienpraxis“ der Frankfurter Goethe-Universität unter der Leitung von Hanne Kulessa stellen im Februar 2014 in einer Veranstaltungsreihe die Ukraine in den Mittelpunkt. Bei einem Leseabend am 5. Februar im Literaturhaus Frankfurt tragen vier der wichtigsten Autoren der ukrainischen Gegenwartsliteratur – Juri Andruchowytsch, Tanja Maljartschuk, Jurko Prochasko und Serhij Zhadan – dem Publikum aus ihren Werken vor, um Interesse für ihr Land und vor allem seine Literatur zu wecken. Eine Diskussion zur politischen Lage findet am 6. Februar im Renate-von-Metzler-Saal im Casino der Goethe- Universität statt. Zudem vertieft dort eine Ausstellung die Auseinandersetzung.

Das Projekt wird gefördert von der Otto Wolff Stiftung, Köln und unterstützt durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.